31. Jul
Schankwart
“hömhöm.ssss.Die … Lage ist Ernst!” sagte der Wirt und stellte ein Tablett auf die Theke. Er hatte schon immer Schwierigkeiten im Ausdruck, aber Ernst wusste, was gemeint war. Und suchte sein Kleingeld zusammen.
31. Jul
“hömhöm.ssss.Die … Lage ist Ernst!” sagte der Wirt und stellte ein Tablett auf die Theke. Er hatte schon immer Schwierigkeiten im Ausdruck, aber Ernst wusste, was gemeint war. Und suchte sein Kleingeld zusammen.
31. Jul
“Was soll denn nun wieder dieser dumme Spruch!” ..wird sich der gemeine Leser vielleicht fragen. Aber ich kanns belegen. Auch hier zeigt uns die Natur, wo der Hammer hängt. Erst gestern wieder. Ein neugeborenes Kalb. Ein Bulle. Der konnte ohne lange Lernphase loslegen, hat gesoffen wie ein Eimer. Faß ohne Boden quasi. Weibliche stellen sich da Erfahrungsgemäß immer etwas dümmer an. Meist brauchen sie schon eine halbe Ewigkeit, um die richtige Stelle zu finden. Haben sie sie dann endlich in der Schnauze, erschrecken sie fürchterlich, wenn auf einmal Milch kommt. Dadurch, so scheint es, vergessen sie das vorher Gelernte, finden die Bar wieder nicht. Ein Kreislauf des Schreckens.
Die Bullen sind da einfacher gestrickt. “Blöök” - ran an den Schnuller - rein mit dem Stoff. Da wird nicht lange nachgedacht, rumphilosophiert oder sich sonstwie angestellt. Schnell muss es gehen, könnte ja jemand anderes an die Bar kommen.
Nun, dieses Verhaltensmuster kann man oft auch auf Dorffesten beobachten. Frauen zieren sich, lassen sich im besten Fall mit Alster und/oder Schokotrauma aushalten. Ihre männlichen Artgenossen hingegen binden sich mit einer unsichtbaren Kette an eine bestimmte Stelle der Theke (Jeder hat da sein Lieblingsplätzchen) und verlassen diesen Tankplatz auch nur im allernötigsten Notfall. Zum Urinieren vielleicht. Wobei es auch da Leute gibt…
Bullenwalter
27. Jul
Ein Freund von mir hat eine schicke Mülltonne, 120 Liter passen rein. Er teilt sich die Tonne mit seinen Schwiegereltern. Nun kacken die beiden Kinder keine Windeln mehr voll und saubere Mülltrennung wird ebenso betrieben. Resultat: die Tonne wird nicht voll. Warum also für 120 Liter bezahlen, wenns auch eine 60 Liter Tonne tun würde? Gesagt, getan. Tonne ummelden. Aber nix da.
“Sie produzieren durchschnittlich 35 Liter Müll je Haushalt. Macht zusammen 70 Liter. 70 Liter Tonnen haben wir nicht, also müssen Sie eine 80er nehmen. Fertig.”
Das ist doch mal was. Was soll er nun machen? Ich würde die dämlichen gelben Säcke und das Altpapier mit in die Tonne kloppen. Wozu der ganze Aufwand, wenn man eh 35 Liter Müll produzieren muss. Hätte ich eine Kategorie “Armes Deutschland”, dieser Beitrag hätte einen Platz darin verdient.
Müllwalter
19. Jul
Vor ein paar Tagen, da hatten wir auf unserer Biogasanlage einen Schrauber. Jawoll, der sollte das Klimagerät der Gaskühlung überprüfen. Dabei durfte er dann feststellen, dass zwei Leitungen vertauscht waren. Super, seit November 2006 fragen wir uns, warum die Kiste nicht anständig läuft, unglaublich viele Monteure haben sich schon dran versucht. In einer seiner Pausen, ich bin ja kein unwalter und koche auch mal lecker Kaffee, da erzählte er dann von seiner letzten “Baustelle”. Ein AKW. Ein abgeschaltetes AKW. Dort, so wusste er zu erzählen, mussten sie immer in so blöden Anzügen arbeiten. Und die Klimageräte prüfen. Damit die alten Brennstäbe kalt werden/bleiben. Ich habe davon keine Ahnung, mache ja Bioenergie, aber wenn er es sagt…
Nachdem er dann seinen und meinen Kaffee ausgetrunken hatte, verschwand er wieder im BHKW Raum. Ich dachte nur leise für mich “Man sollte die Menschen rund ums AKW warnen, nicht dass sie auch dort Leitungen vertauscht haben. Womöglich schon vor 20 Jahren.“
18. Jul
Walter hält auch nicht immer die Lenkzeiten ein. Nein, nicht immer. Einmal, da war Walter gaaanz müde. Da ist er von seiner Biogasanlage mit seinem Bulli nach Hause gefahren. Auf der extrem stark befahrenen Hauptstraße in Schnack. “Noch einmal links abbiegen, dann bin ich endlich da…” dachte er sich. Aber nix da. Da stand ein dicker breiter Lastkraftwagen in der kleinen Seitenstraße. Und der versperrte selbige komplett. Was jetzt? Walter war schon so weit vor gefahren, dass der Lastkraftwagen nicht auf die stark befahrene Hauptstraße fahren konnte. Und Walter konnte wegen des Lastkraftwagens nicht von der stark befahrenen Hauptstraße in die kleine Seitenstraße einbiegen.
“Rückwärts!” Dachte Walter laut, trat die Kupplung, würgte den R Gang ins Getriebe des uralten Bullis und gab Gas.
BUMMMS, KNIRSCH.
“?” Sagte Walter nun. Was zum Braten war das? Ein Blick in den pimmeligen Rückspiegel, “der muss kaputt sein, alles weiß.” Kaum zuende gedacht, stand eine stark gebaute Frau mittleren Semesters neben seiner Tür. “Sie sind rückwärts gefahren!” - “Ja.” - “Mein Auto war gerade in der Werkstatt!” - “`Tschuldigung.” - “Sie sind wirklich rückwärts gefahren, ich habs genau gesehen!” - “Ja. Folgen Sie mir, ich wohne gleich um die Ecke. Ich schreib Ihnen meine Versicherungsdaten auf.” - “Sie sind rückwärts gefahren!”
Walter wühlte noch in der Ablage P und suchte die Versicherungspolice, als er von draußen hörte “Er ist rückwärts gefahren!”
Rückwärtsfahren spendet Schatten.
rWalter.
12. Jul
Eigentlich verhandel ich ganz gerne. Pokerface und Attacke. Wenns dann irgendwann ausgehandelt ist, dann wird allerdings auch unterschrieben. Und dann wird sich dran gehalten. Ärgern ist erlaubt, aber nur still im Kämmerlein. Nun, es kam gelegentlich schon vor, dass sich Verhandlungspartner zu weit aus dem Fenster gelehnt haben. Einer dieser hat nun einen neuen Arbeitgeber, aber das Geschäft hatte Bestand. Nicht so gestern. Ausgehandelt, handshake, alles wird gut. Unterschrift gab es noch nicht, da er den Vertrag im Büro neu aufsetzen wollte - zu viele Änderungen.
Ein paar Stunden später klingelt das Telefon. “Walter?” - “Ja?” - “Ich hab da einen Fehler gemacht… es wird teurer.”
Bitte? Aus der Nummer raus konnte ich nicht mehr, die Folgegeschäfte waren schon beschlossen. Also den neuen Aufpreis neu verhandelt. Schön ist sowas nicht. Aber dafür gibts nun nen Berg Werbegeschenke. Von der Jacke über Schreibwaren bis zum Spielzeug für den Kleinen. Hätte ich mir für das Geld allerdings auch ohne Werbeaufdruck selber leisten können. Irgendwas ist ja immer.
Verhandlungspartner,
Walter
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